21.12.2018
Vorträge über Uganda




Sandweger Claudia goes Uganda Vorträge am 21.12.2018
Uganda – eine andere Welt

 

 

Die Landauer Studentin Claudia Sandweger berichtete am letzten Schultag vor Weihnachten auf die Initiative der Religionslehrerin Anna Maria Wallner hin in zwei Vorträgen vor je zwei 10. Klassen und einer 11. Klasse am Gymnasium über ihr freiwilliges, entwicklungspolitisches Jahr in Uganda. Sie hatte viele wertvolle Informationen aus erster Hand über die Lebensverhältnisse in diesem ostafrikanischen Land zu berichten.
Mitte des 19. Jh. setzte im Gebiet von Uganda die schriftlich überlieferte Geschichte Ugandas ein. 1896 wurde das Land britisches Protektorat, aus dem es 1962 in die Unabhängigkeit entlassen wurde. In der Folgezeit herrschten Diktatoren wie Idi Amin von 1971 bis 1979 und seit 1986(!) der gemäßigtere, heute 74-jährige Präsident Yoweri Museveni. Während in vielen Nachbarländern weiterhin Bürgerkrieg herrscht, ist es in Uganda ruhig.
Nur wenige Straßen sind dort geteert, viele Nebenstraßen sind Staubpisten, Hauptstraßen, die Städte verbinden, werden erst nach und nach ausgebaut. Sauberes Wasser ist ein kostbares Gut, viele Haushalte sind nicht an das Wassersystem angeschlossen. Daher müssen die Leute das Wasser von Brunnen oder Regenwasserspeichern holen. Jegliches Wasser, das nicht in Flaschen mit Siegel abgefüllt ist, muss abgekocht werden, um Krankheiten vorzubeugen.
Küchen bestehen oft nur aus einem Kohlestöfchen auf dem Boden. Der Kühlschrank ist ein Luxusgerät, das sich nur wenige leisten können. Daher muss man Lebensmittel täglich frisch auf dem Markt kaufen.
Claudia lebte ein Jahr in Nasana, unweit der Hauptstadt Kampala. Sie hatte bei ihren Gasteltern einen Raum mit Bett und Nachttisch für sich. Einen Schrank gab es nicht, weil zu teuer. In dem Haus, in dem sie wohnte, gab es eine Kloschüssel, üblich sind in den meisten Haushalten Latrinen hinter dem Haus. Es gab auch eine Dusche, aus der kaltes Regenwasser kam. Wenn diese nicht funktionierte, weil der Wassertank am Dach leer war, musste man das Wasser von draußen in Kannen holen.
Claudia arbeitete an einer Schule mit 130 Kindern. Vor Reiseantritt hatte sie Spenden gesammelt, um ihren Freiwilligenplatz beim ICJA Freiwilligendienst Weltweit e. V. finanzieren zu können. Für die Schule konnte sie dann durch Spenden einen Wasserfilter und eine Photovoltaikanlage mit Speicher erwerben. Nun haben die Schulkinder sauberes Trinkwasser und die Schule keine Stromkosten mehr für das Licht ab 19 Uhr, wenn dort schlagartig die Sonne untergeht.
Das Schulgeld muss so gering wie möglich gehalten werden, damit auch sozial schwache Familien ihre Kinder in die Schule schicken können. Da viele Eltern nur die Hälfte oder überhaupt kein Geld aufbringen können, entstehen im Schulhaushalt immer wieder Engpässe. Das läuft darauf hinaus, dass dann einmal die Lehrer nicht bezahlt werden können (35 € pro Monat) und ein andermal das Essen der Kinder gekürzt werden muss. Die Kinder essen tagtäglich dasselbe, nämlich Maisbrei (Posho) mit Bohnensoße. Mithilfe der Spenden konnte Claudia zur Freude der Kinder manchmal Obst, Reis oder Spagetti besorgen. Von den 130 Schülern wohnen 60 dauerhaft in den drei Schlafsälen der Schule und fahren nur in den Ferien nach Hause. Der Unterricht hat sich seit der Kolonialzeit nicht stark verändert und durch die schlechte Bezahlung ist der Beruf des Lehrers auch nicht so angesehen wie bei uns.
Die Studentin arbeitete außerdem im Slum Kisenyi im Zentrum von Kampala. Dort bietet ihre Organisation Mengo Youth Development Link (MYDEL) einigen Kindern ein Fußballtraining an, damit Schulen auf sie aufmerksam werden, die sie in ihre Schulmannschaft aufnehmen und im Gegenzug ihren Schulbesuch finanzieren. Claudias Organisation MYDEL hat in diesem Slum ein kleines Haus gemietet, in dem Straßenkinder, die nicht drogensüchtig (kerosinabhängig) sind, einen sicheren Schlafplatz und zu essen und zu trinken bekommen.
Eine weitere Aufgabe der jungen Frau war es, bei großen Aktionen von MYDEL im Slum mitzuhelfen. So wurden einmal die Straßen des Slums vom Müll befreit. Die Hilfsorganisation stellte Müllsäcke zur Verfügung und übernahm die Kosten für den Abtransport. Alle packten mit an. Die Menschen im Slum können kein Geld für die Müllentsorgung aufbringen, da sie ohnehin zu wenig zum Leben haben.
Claudia Sandweger möchte ihre Schule und weitere Projekte, die sie dort kennengelernt hat, auch in Zukunft unterstützen. Mit anderen Freiwilligen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist sie dabei, einen Verein zu gründen, der die Ausbildung und Förderung der Kinder in Kampala zum Ziel hat. Gerade die ärmsten Kinder aus den Slums sollen eine Chance auf Bildung bekommen.
Das Gymnasium Landau freut sich, Claudia Sandweger eine beträchtliche Summe durch Spenden der Schüler und durch die Unterstützung des Fördervereins des Gymnasiums Landau übergeben zu können. Das Geld fließt komplett der MYDEL McKilton School in Nansana, Uganda zu.
Spendenüberweisungen können an den Dritte-Welt-Verein, Kennwort: Uganda Sandweger, IBAN DE507425 0000 0026 4029 58 gerichtet werden.


StDin Anna Maria Wallner

 


Zum Archiv...
powered by webEdition CMS